Diese Seite gibt eine Übersicht über die Rechtsvorschriften zur Bestimmung der Preise und des Verkaufs von Waren im Vereinigten Königreich, über die Möglichkeiten, die der Kunde hat, wenn die Ware mangelhaft ist, und über die Schritte, die er zur Lösung seines Problems unternehmen kann.
PREISE AUS SICHT DER RECHTSVORSCHRIFTEN
Alle Verkäufer müssen sichtbar den vollen Preis, d.h. einschließlich MwSt., der gesamten zum Verkauf an private Verbraucher bestimmten Ware ausweisen. Ware, die frei (unverpackt) verkauft wird, wie Obst und Gemüse oder Benzin, müssen einen Preis für die in metrischen Einheiten angeführte Einheit haben, die Kennzeichnung kann aber auch den Preis in britischen Einheiten enthalten (z. B. Preis pro Kilogramm und Preis pro Britisches Pfund).
Macht der Verkäufer im Preis der zu verkaufenden Ware einen Fehler, kann nicht darauf bestanden werden, dass die Ware zu diesem gekennzeichneten Preis verkauft wird. Teil III des Verbraucherschutzgesetzes aus dem Jahr 1987 (Consumer Protection Act 1987) regelt jedoch, dass es eine Straftat ist, wenn der Verkäufer irreführende Informationen über den Warenpreis macht, z. B. wenn er einen geringeren Preis als den berechneten Preis ausweist, oder wenn er andeutet, welche Preisentwicklung in der Zukunft erwartet wird (z. B.: "es wird teurer"). Unter diesen Umständen ist im Vereinigten Königreich das örtlich zuständige Referat zur Einhaltung der Geschäftsbedingungen (Trading Standards Department) zu kontaktieren.
Bestellt sich der Kunde Ware zum vereinbarten Preis, so kann der Verkäufer den Preis bei Warenlieferung nicht erhöhen, wenn der Kunde einer Preisänderung nicht vorher zugestimmt hat. Kommt es zu einem erheblichen Preisanstieg, kann damit argumentiert werden, dass es sich um eine unangemessene Bedingung handelt, und dass der Kunde an sie nicht gebunden ist. Dies gelangt nicht zur Anwendung, wenn dem Kunden das Recht eingeräumt wurde, die Vereinbarung aufzuheben, sollte der Endpreis zu hoch sein.
WARE AUS SICHT DER RECHTSVORSCHRIFTEN
Kauft der Kunde neue Ware im Geschäft oder an einem Marktstand, regelt das Gesetz (insbesondere das Gesetz über den Warenverkauf aus dem Jahr 1979 (Sale of Goods Act 1979) in geltender Fassung), dass diese Ware:
Die gleichen Rechte hat der Kunde auch dann, wenn er die Ware im Ausverkauf kauft.
Beim Kauf von gebrauchter Ware gelangen die vorstehend angeführten Bedingungen ebenfalls zur Anwendung, zu berücksichtigen sind jedoch auch das Alter der Ware und der für sie bezahlte Preis.
Gegen den Verkäufer können keine Schritte unternommen werden, wenn:
Auch Ware, die keine hinreichende Qualität hat, muss jedoch ihrer Beschreibung entsprechen.
ABHILFEMÖGLICHKEITEN
Geldrückgabe
Ob der Kunde mangelhafte Ware zurückgeben und sein Geld zurückerhalten kann, hängt zum Teil davon ab, wie lange er die Ware besessen hat. Wenn er mangelhafte Ware kurz nach dem Kauf zurückgibt (reklamiert), besitzt er Anspruch auf Geldrückgabe. Wenn er jedoch die Ware unangemessen lange behält, ohne sie zu reklamieren, gilt, dass er sie angenommen hat und er so dieses Recht verlieren kann. Reklamiert er die Ware in einer angemessenen Zeit, ist er nicht verpflichtet, eine Reparatur oder Ersatz anzunehmen.
Austausch oder Reparatur
Hat der Kunde die Ware am 31. März 2003 oder später gekauft, kann er vom Verkäufer fordern, dass dieser sie, wenn sie mangelhaft ist, unentgeltlich austauscht oder repariert. Tut dies der Kunde binnen sechs Monaten nach Erhalt der Ware und kann angenommen werden, dass die Ware über die Zeit hält, über die er sie bei sich hatte, wird vorausgesetzt, dass das Problem bereits beim Kauf der Ware existiert hat, sofern der Verkäufer nicht das Gegenteil nachweist. Der Kunde kann aber trotzdem den Austausch oder die Reparatur der Ware bis zu sechs Jahre ab dem Kaufdatum fordern, wenn eine solche Haltbarkeit der Ware angenommen wird. In diesem Fall ist es Aufgabe des Kunden nachzuweisen, dass die Ware bereits beim Verkauf mangelhaft war. Je länger der Kunde die Ware hatte, umso schwieriger kann der Nachweis erbracht werden, dass der Mangel bereits beim Verkauf vorgelegen hat.
WENN:
kann der Kunde die anteilige oder vollständige Rückzahlung des Preises fordern. Der ihm zurückgezahlte Geldbetrag kann so herabgesetzt werden, indem ein jeglicher Nutzen, den der Kunde aus der Ware hatte, berücksichtigt wird.
Der Kunde hat Anspruch auf Entschädigung, wenn:
Ist die Ware gefährlich, ist im Vereinigten Königreich der Verkäufer dem örtlich zuständigen Referat zur Einhaltung der Geschäftsbedingungen (Trading Standards Department) zu melden, da eine Straft begangen worden sein könnte.
Garantien
Ist auf der Ware Garantie, können dem Kunden weitere Rechte garantiert werden. Die Garantie kann dem Kunden nicht seine gesetzlichen Rechte (durch die Rechtsvorschriften garantierten Rechte) entziehen.
Gutschrift
Gibt der Kunde mangelhafte Ware zurück, muss er keine Gutschrift annehmen, er sollte aber wissen, dass, wenn er eine Gutschrift annimmt, größtenteils keine Schritte zur Geldrückgabe unternommen werden können. Entscheidet sich der Kunde, eine Gutschrift anzunehmen, sollte er kontrollieren, ob diese nicht in einer bestimmten Zeit eingelöst werden muss.
Straftaten
Ist der Verkäufer Betreiber von Handelstätigkeit (und keine Privatperson), könnte eine Straftat begangen worden sein, wenn der Verkäufer:
Wenn der Kunde im Vereinigten Königreich glaubt, dass einer der vorstehend angeführten Punkte auf seine Situation zutreffen könnte, sollte er die Ware nicht an den Verkäufer zurückgeben, solange er die Angelegenheit nicht dem örtlich zuständigen Referat zur Einhaltung der Geschäftsbedingungen (Trading Standards Department) meldet, und im Falle eines körperlichen Schadens bis zu dem Zeitpunkt, bevor er nicht rechtlichen Rat über seine Ansprüche einholt.
SONDERREGELUNGEN FÜR ZAHLUNGEN PER KREDIT
Hat der Kunde eine britische Kreditkarte oder wurden die Finanzen zur Bezahlung der Ware vom Verkäufer vereinbart, und ist der Warenpreis höher als 100 Pfund und geringer als 30.000 Pfund (GBP), ist die kreditgebende Gesellschaft größtenteils im gleichen Maße für einen jeglichen Vertragsverstoß verantwortlich. Ist also die Ware mangelhaft, kann die Rückgabe des Geldes aus der Kreditkarte oder von der finanzierenden Gesellschaft gefordert werden. Dies kann allerdings nicht bei Transaktionen mit Debetkarten genutzt werden (z. B. Switch oder Delta), wo das Geld direkt vom Bankkonto des Kunden stammt.
Weitere Informationen enthält unser Informationsmaterial über Kreditkarten.
Hat der Verkäufer eine Kreditfinanzierung vereinbart, so besteht die Möglichkeit, den Darlehensvertrag aufzuheben.
VON EINER PRIVATPERSON GEKAUFTE WARE
Beim Kauf von Ware von einer Privatperson, die diese Ware nicht in einer unternehmerischen Tätigkeit verkauft, hat der Kunde nicht die gleichen Rechte. Die Ware muss keine hinreichende Qualität aufweisen, sie muss jedoch ihrer Beschreibung entsprechen. Handelt es sich um einen Warenkauf aufgrund einer Anzeige, wird empfohlen, diese Anzeige als Beweis aufzubewahren.
ALS BESTANDTEIL EINER DIENSTLEISTUNG VERKAUFTE WARE
Kauft der Kunde Ware als Bestandteil einer Dienstleistung (z. B. wenn er sich eine Kücheneinrichtung installieren lässt), deckt seine Rechte das Gesetz über die Lieferung von Ware und die Erbringung von Dienstleistungen aus dem Jahr 1982 ab (Supply of Goods and Services Act 1982).
Weitere Hilfe
Der Kunde kann das Europäische Verbraucherzentrum im Vereinigten Königreich kontaktieren oder sich, wenn er sich im Vereinigten Königreich befindet, an das zuständige örtliche Organ zur Beurteilung der Übereinstimmung (CAB - Conformity Assessment Body) wenden.